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News und aktuelle Termine
Museumsdarstellung

Martin-Gropius-Bau


Niederkirchnerstr. 7/ Ecke Stresemannstr. 110
10963 Berlin - Kreuzberg
Tel:030-25486-0

Öffnungszeiten
während Ausstellungen
Mi-Mo 10.00-20.00 Uhr, Di geschlossen
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Kurzbeschreibung
weitere Informationen
Ausstellungen und Termine
 

Ausstellung » Teotihuacan. Mexikos geheimnisvolle Pyramidenstadt

Termin:noch bis 10.10.2010
Zeiten:Bis 9.8.2010 täglich von 10-20 Uhr geöffnet. Ab 10.8.2010 Mi - Mo 10-20 Uhr geöffnet, Di geschlossen
Mehr als 450 herausragende Objekte geben erstmals in Europa einen umfassenden Einblick in Kunst, Alltag und Religion dieser rätselhaften präaztekischen Kultur.
 
Der Martin-Gropius-Bau präsentiert vom 1. Juli bis 10. Oktober die Ausstellung "Teoti-huacan - Mexikos geheimnisvolle Pyramidenstadt". Mehr als 450 herausragende Ob-jekte, die erstmals in Europa einen umfassenden Einblick in Kunst, Alltag und Re- 
ligion dieser rätselhaften Kultur geben, werden zu sehen sein. Unter anderem monu-mentale Architekturelemente, filigrane Gefäße und Figuren, kostbare Steinarbeiten, Masken, Götterstatuen und Tierdarstellungen sowie Beispiele symbolreicher Wand-malereien, die ihre leuchtenden Farben seit ihrer Entstehung von ca. 2000 Jahren bewahrt haben. Die 15 großformatigen Fragmente von Wandgemälden haben ein ers-tes (und wohl letztes) Mal die Erlaubnis erhalten, ins Ausland zu reisen. Zahlreiche Ausstellungsstücke kamen erst bei jüngsten Ausgrabungen ans Licht. 
Teotihuacan war in der Klassischen Epoche (100 v. Chr. bis 650 n. Chr.) die erste, die größte und die einflussreichste Metropole auf dem amerikanischen Kontinent. Als die Azteken rund tausend Jahre später, im 14. Jahrhundert, die verlassene Ruinenstadt entdeckten, gaben sie ihr den Namen Teotihuacan - "der Ort, an dem die Menschen zu Göttern werden" - und siedelten hier ihren eigenen Schöpfungsmythos an.
 
Archäologische Stätte 
Teotihuacan, knapp 50 Kilometer nördlich von Mexiko-Stadt, zählt seit 1987 zum UNESCO-Welterbe und ist die meistbesuchte der 170 zugänglichen archäologischen Stätten Mexikos. Die Pyramidenstadt liegt in einem weiten Tal, das seit Urzeiten be-siedelt war. Zwischen dem ersten Jahrhundert v. Chr. und etwa 650 n. Chr. schufen die Bewohner ein einzigartiges Zeremonialzentrum, orientiert an astronomischen Be-obachtungen. Die wichtigsten Pyramiden sind die 63 Meter hohe Sonnenpyramide (Pirámide del Sol) mit einer Seitenlänge von 215 Metern. Die Mondpyramide (Pirámi-de de la Luna) am nördlichen Ende der zwei Kilometer langen Straße der Toten (Calle de los Muertos) erreicht 48 Meter Höhe. Das südliche Ende der Anlage, von der nur ein Bruchteil ausgegraben und erforscht ist, dominiert die von den Spaniern so ge-nannte "Zitadelle" (Ciudadela) mit dem Tempel der Gefiederten Schlange (Templo de la Serpiente Emplumada), Quetzalcoatl, und des Regengottes Tlaloc, der mit 365 Skulpturen dieser Gottheiten geschmückt war. In diesem Komplex und unter der Mondpyramide wurden die Archäologen in den letzten Jahrzehnten fündig. Begräbnis-se und Opfergaben machten unter anderem deutlich, dass Kriege, Gefangennahme und Opferungen in Teotihuacan zum Alltag gehörten.
 
Die Stadtanlage 
Bis zum rätselhaften Ende im 7. Jh., begleitet von einem verheerenden Brand, war Teotihuacan politisch, militärisch, wirtschaftlich und kulturell ein mächtiges Zentrum, das ganz Mesoamerika beeinflusste, besonders in Architektur und Kunst. Die Aus-dehnung der Stadt, die zu ihrer Blütezeit über 160 000 Menschen beherbergte und in jener Epoche eine der größten Städte der Welt war, betrug rund 20 Quadratkilometer. Die Stadt war durch breite Straßen gegliedert, verfügte über ein effektvolles Abwas-sersystem und eine funktionierende Wasserversorgung. Die imposanten Pyramiden, Tempelbauten und prächtigen Paläste waren mit Stuck verkleidet und mit Wandmale-reien in leuchtenden Farben geschmückt. Es gab öffentliche Gebäude, Verwaltungs-bauten und diverse Wohnviertel. Besonders bemerkenswert sind eigene Quartiere und Werkstätten für auswärtige Künstler, Handwerker und Händler, unter anderem aus Oaxaca oder den Städten der Maya, die zum Reichtum der Stadt beitrugen.
 
Die Ausstellung 
Schätze aus bedeutenden mexikanischen Museen sind in der Ausstellung vereint. Die meisten Werke kommen aus dem Anthropologischen Nationalmuseum in Mexiko-Stadt und den beiden Museen in Teotihuacan. Zudem hat erstmals das von Diego Rivera für seine Sammlung präspanischer Skulpturen erbaute Anahuacalli-Museum wertvolle Stücke ausgeliehen. 
Die Ausstellung ist in neun Bereiche gegliedert. Den Auftakt des Rundgangs machen der Jaguar von Xalla, eines der jüngeren Fundstücke aus einem Palastbezirk und ein charakteristisches Beispiel der dekorativen Monumentalarchitektur. Der Einführung in die Entwicklung der Stadt und der Geschichte ihrer Archäologie folgt ein Schwerpunkt zu Architektur und Stadtplanung, vertreten durch Skulpturen, Friese und Wandgemäl-de. Die gesellschaftlichen Themen Politik, Hierarchien, Ökonomie, Krieg und Handel werden durch eine Fülle an Objekten dargestellt, darunter Steinskulpturen, Tongefäße und Jadeschmuck. Obsidian etwa war der Stoff aus dem die Waffen sind: Teotihuacan war eine große Waffenschmiede. Spektakulär ist die Rekonstruktion eines Grabes, wie es bei einer Grabungskampagne 1998-2004 unter der Mondpyramide gefunden wurde. Die Originalobjekte werden in Vitrinen gezeigt. Eine besondere Kategorie bil-den die "Wirtsfiguren", die in ihrem Innern wie in einem Setzkasten winzige, facetten-reich gestaltete Figürchen beherbergen. Religion, Götter und Rituale, urbaner Alltag und soziales Leben, Kunst, Kunsthandwerk und Werkstätten sowie der kulturelle Aus-tausch sind weitere Themen der einzigartigen Schau, die eine Fülle neuer Erkenntnis-se ausbreitet.
 
Zum Gedenken an Felipe Solís Olguin (1944-2009) 
Initiator und Kurator dieser Ausstellung war Felipe Solís Olguín, der 2003 bereits die "Azteken" nach Berlin brachte. Der Direktor des weltberühmten "Museo Nacional de Antropología" in Mexiko-Stadt starb im April 2009, wenige Wochen bevor die große Schau in Mexiko-Stadt eröffnet wurde. Seinem Gedenken ist die Ausstellung gewid-met.
 
Mexiko feiert Bicentenario 
2010 feiert Mexiko ein doppeltes Jubiläumsjahr: Das "Bicentenario", die 200-Jahr-Feier, erinnert an den Beginn des Unabhängigkeitskampfes im Jahr 1810; ein Jahr-hundert oder "Centenario" später begann die Mexikanische Revolution. Die Ausstel-lungen "Frida Kahlo - Große Retrospektive" (30. April bis 9. August) und "Teotihua-can - Mexikos geheimnisvolle Pyramidenstadt" (1. Juli bis 10. Oktober) im Martin-Gropius-Bau sind Teil des kulturellen Jubiläumsprogramms, das Mexiko im Rahmen dieser Feierlichkeiten im Ausland präsentiert. 

Ausstellung » WeltWissen. 300 Jahre Wissenschaften in Berlin

Termin:ab 24.9.2010 bis Anfang Januar 2011
Die Ausstellung bildet den Höhepunkt des Berliner Wissenschaftsjahres 2010. Sie stellt die Berliner Wissenschaften in Bezug zur Welt und zeigt den Weg wissenschaftlicher Errungenschaften und Erfolgsgeschichten etlicher Nobelpreisträger u.a.
 
2010 feiert Berlin seine Wissenschaften: 200 Jahre Humboldt- Universität, 300 Jahre Charité, 300 Jahre Eröffnung und erstes Statut der Akademie der Wissenschaften und im Jahr darauf 100 Jahre Max-Planck-Gesellschaft und Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft sowie 350 Jahre Staatsbibliothek zu Berlin.
 
Die Ausstellung "WeltWissen. 300 Jahre Wissenschaften in Berlin", die vom 24. Sep-tember 2010 bis zum 9. Januar 2011 im Martin-Gropius-Bau zu sehen ist, bildet den Höhepunkt des Berliner Wissenschaftsjahres 2010. Berlin präsentiert sich mit der ersten Gesamtberliner Wissenschaftsausstellung seit der Wiedervereinigung als in-novative, weltoffene und ihrer wechselhaften Geschichte bewusste Wissenschafts-metropole.
 
Berliner Wissenschaftsgeschichte ist eine Geschichte von bedeutenden Gelehrten, Nobelpreisträgern, wegweisenden Erfindungen und Errungenschaften: Gottfried Wil-helm Leibniz wirkte in Berlin als mutmaßlich letzter großer Universalgelehrter. Albert Einstein vollendete hier seine allgemeine Relativitätstheorie. Karl Richard Lepsius brachte Schätze aus Ägypten in die Stadt. Die Elektronenmikroskopie wurde in Berlin  
erfunden, Konrad Zuse baute hier den ersten Computer, Jacob und Wilhelm Grimm schrieben in Berlin ihre berühmte "Geschichte der deutschen Sprache" und erst vor zwei Jahren erhielt ein Berliner, Gerhard Ertl, den Nobelpreis für Chemie. In Berlin war es auch, wo Frauen als Forscherinnen der Wissenschaft neue Impulse gaben und sich einen Platz in dieser männlichen Domäne eroberten: Lise Meitner forschte hier zu den Grundzügen der Radioaktivität. Und für ihre Erfolge in der Tuberkulose-forschung erhielt Lydia Rabinowitsch-Kempner 1912 als erst Frau Berlins einen Pro-fessorentitel. Weltberühmt sind die Berliner Sammlungen, von Rudolf Virchows ana-tomisch-pathologischen Präparaten über die Bestände des Botanischen Museums bis hin zu jenen des Naturkundemuseums und der Antikensammlung der Staatlichen Museen. "WeltWissen" vereint übergreifend diese und viele andere Themen in einer großen, Disziplinen übergreifenden Schau.
 
Die Ausstellung zum Jubiläumsjahr 2010 stellt die Berliner Wissenschaften in Bezug zur Welt: Denn erst im dynamischen Wechselspiel von lokaler Prägung und weltwei-ter Vernetzung wird in Berlin seit 300 Jahren Wissen über die Welt hervorgebracht, das dann wieder in die Welt geht. "WeltWissen" zeigt dabei nicht nur Erfolgsge-schichten, sondern thematisiert auch Brüche und Irrwege. So wird auf Wissenschaft-ler wie den Nobelpreisträger Fritz Haber eingegangen, der mit seinen Experimenten zur Ammoniaksynthese die Lebensmittelproduktion weltweit revolutionierte, gleich-zeitig aber als Pionier der chemischen Kriegsführung gilt. Am Beispiel von Rahel Hirsch wird die ganze Tragweite der Vertreibung der jüdischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach 1933 deutlich. Die Ausstellung zeigt diesen Exodus der Wissenschaft im Nationalsozialismus und den Versuch ihres Wiederaufbaus in West und Ost. Im Lichthof des Martin-Gropius-Baus wird eine große Installation, eine Ge-meinschaftsprojekt von "WeltWissen", den Gestaltungsbüros space4 und Teamstra-tenwerth sowie dem US-amerikanischen Künstler Mark Dion, die Besucher begrü-ßen. Mark Dion ist ein passionierter Sammler. Aus dieser obsessiven Leidenschaft heraus entwickelt er Objekte und Skulpturen und arrangiert sie zu Installationen, die an naturkundliche Schauräume erinnern. In seinen berühmten Inszenierungen - et-wa bei den Skulptur.Projekte Münster, in der Tate Britain, London, oder dem Muse-um of Modern Art, New York - kombiniert er in kunstvoll arrangierten Szenarien na-turkundliche Phänomene. Die Lichthofinstallation wird die Vielzahl und Vielfalt aus 300 Jahren Berliner Wissenschaft präsentieren, aber auch die Ausschnitthaftigkeit aufzeigen, von der die Neugierde auf die Welt immer begleitet ist.
 
Neben Führungen präsentieren im umfangreichen Veranstaltungsprogramm der Ausstellung Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fächer ihre Zugänge zu Themen aktueller Forschung in Vorträgen, Diskussionen und Präsentationen. Video-bustouren führen vom Martin-Gropius-Bau durch die Wissenschaftsstadt Berlin. Ein didaktisches Programm für Kinder und Jugendliche sowie Angebote für Schulen wie die "Schülerlabore" begleiten die Ausstellung, spezielle Stationen der Schau richten sich dabei an Kinder ab acht Jahren.
 

Ausstellung » Pierre Soulages

Termin:ab 2.10.2010 bis Mitte Januar 2011
Pierre Soulages ist einer der weltweit bedeutendsten abstrakten Maler der letzten Jahrzehnte. Anlässlich seines 90. Geburtstages wurde er mit einer Retrospektive im Centre Pompidou in Paris geehrt. Ab 2. Oktober 2010 zeigt der Martin-Gropius-Bau Berlin diese Ausstellung in veränderter Form. Drei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, 1948, beteiligte er sich an der damals wegbereitenden Ausstellung "Französische abstrakte Malerei", die auch in Berlin zu sehen war. Er war der jüngste einer Gruppe von Meistern der abstrakten Kunst: Kupka, Doméla, Herbin. Über 100 Bilder aus allen Schaffensperioden, von den Arbeiten mit Nussbeize (1947 bis 1949) bis zu den radikal schwarzen bis zu drei Meter hohen Gemälden der letzten Jahre werden gezeigt. Viele werden erstmals in Deutschland ausgestellt. Sie verdeutlichen die Dynamik einer künstlerischen Ent-wicklung im Werk dieses berühmten zeitgenössischen französischen Künstlers.
 
Pierre Soulages, geboren am 24.12.1919 in Rodez, einem kleinen Ort nördlich zwi-schen Toulouse und Montpellier gelegen, verweigerte sich der Ausbildung auf der "Ecole nationale superieure des beaux arts" in Paris. Er konnte mit der für ihn rück-wärtsgewandten Kunstvermittlung nichts anfangen. Im Jahre 1939 widmete er sich daher in Paris statt seinem ursprünglich vorgesehenen Studium vor allem Ausstel-lungsbesuchen, in welchen er die Werke von Picasso und Cézanne kennenlernte. Doch schon im selben Jahr verließ er Paris und ging in den Süden nach Montpellier, um dort die "Ecole-des-beaux-arts" zu besuchen. Er lernte in jener Zeit Sonia Delau-nay kennen, die ihm Kataloge zeigte, in denen die damaligen Machthaber die ihrer Meinung nach "entartete Kunst" zeigten. Das stellte für Soulages die Legimitation dar, selbst abstrakt zu arbeiten. Nach dem Krieg zog er nach Paris, stellte im Salon der Surindépendants aus und hatte mit seinen Werken Erfolg. Die Bekanntschaft mit Francis Picabia und Hans Hartung im Jahr 1947, sowie die Bekanntschaft mit der amerikanischen Szene und ihren Vertretern wie Marc Rothko, Robert Motherwell und Wilhelm de Kooning zeigen, wie sehr sich das Interesse an seiner Kunst internatio-nalisierte. Durch seine Teilnahme an der documenta I, II und III erreichte er in Künst-ler- und Fachkreisen Anerkennung. Sein eigenwilliger Stil, der durch seine fast aus-schließliche Beschränkung auf die Farbe Schwarz gekennzeichnet ist, lässt sein Werk im Kunstbetrieb singulär stehen. Der Amerikaner Robert Motherwell kam übri-gens wie Soulages in einigen Werken auf ähnliche Ergebnisse. Nur Soulages jedoch hatte die Konsequenz, seine Arbeiten durch Jahrzehnte der Farbe Schwarz und letzt-lich dem Licht zu widmen.
 
Sein "outrenoir", eine Bezeichnung, die Soulages sich für die Verwendung von Schwarz in seinem Werk ausdachte, schluckt das Licht ganz besonders in den Pa-pierarbeiten und erzielt eine besondere Tiefenwirkung. "Outre-noir", was übersetzt soviel bedeutet wie "das Schwarz von der anderen Seite", oder auch das "jenseitige Schwarz", verschließt nicht, sondern zieht den Betrachter in die Tiefe, verleitet zum genauen und nahen Betrachten der Arbeiten und fesselt den Blick.
 
Pierre Soulages ist - wie zahlreiche Maler - vom Phänomen des Lichts fasziniert. Er sucht akribisch nach Möglichkeiten, Licht in der Farbe Schwarz arbeiten zu lassen. Arbeiten, in denen sich zu Schwarz auch eine zweite Farbe wie Blau oder Rot ge-sellt, bleiben in seinem Werk Ausnahmeerscheinungen.  
 
Die eigene Handschrift, verdeutlicht in breiten, kräftigen Linien und teilweise kalligra--phisch anmutenden Passagen, ist ein wichtiges Gestaltungsprinzip in seinen Arbei-ten. "Ich fand kleine Pinsel nur für das exakte Arbeiten, so wie es im 19. Jahrhundert und davor in der Kunst notwendig wichtig war- auch Picasso selbst hat noch in sei-nen frühen Werken mit zarten Pinseln gearbeitet. Für mich kam das aber überhaupt nicht infrage. Ich wollte etwas gänzlich anderes probieren und so ging ich in Paris in ein Farbengeschäft und kaufte mir breite Pinsel wie zum Ausmalen von Räumen, Walzen und große Bürsten." In Kombination mit einer dunklen Nussbeize, der soge-nannten "brou de noix" schuf er seine ersten Meisterwerke, von welchen eines be-reits 1948 vom Museum of Modern Art in New York angekauft wurde.
 
Seine Gemälde befinden sich in den Sammlungen von über 100 Museen weltweit: so im Solomon R. Guggenheim Museum, New York, Australian National Gallery, Canberra, Eremitage, St. Petersburg, Museum Sammlung Essl, Klosterneuburg, Musée national d’Art moderne, Paris, Staatsgalerie Stuttgart, Instituto Valenciano de Arte Moderno, Vlencia, Museum of Modern Art, Toyama, Tate Gallery, London, Museum of Fine Arts, Houston, Musée d’Art contemporain, Montréal, um nur einige, wenige zu nennen.
 
Soulages erhielt vielfache Auszeichnungen, darunter den Gran Prix des Arts der Stadt Paris, den Rembrandt-Preis der Stadt Hamburg sowie in Japan den Praemium Imperiale. 
Die Stadt Rodez widmet Pierre Soulages ein eigenes Museum. Es soll 2012 eröffnet werden.
 
Eintritt: 
10 € / ermäßigt 8 €  
Gruppen (ab 10 Personen) p.P. 8 € 
Schüler- und Studentengruppen (über 16 Jahre, ab 5 Personen) p.P. 5 € 
Eintritt frei bis 16 Jahre

Ausstellung » László Moholy-Nagy. Kunst des Lichts

Termin:ab Anfang November 2010 bis Mitte Januar 2011
Moholy-Nagy ist einer der bedeutendsten Künstler der Moderne. Der Martin-Gropius-Bau zeigt das künstlerische Werk mit über 200 Arbeiten, die insbesondere seine Theorie über das Licht - die Lichtkunst - in den Mittelpunkt stellen.
 
László Moholy-Nagy (1895-1946) ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Moderne. Der Martin-Gropius-Bau Berlin zeigt sein künstlerisches Werk mit über 200 Arbeiten: Gemälde, Fotografien (schwarz-weiß und farbig), Fotogramme und Colla-gen, Filme sowie Grafiken. Die Schau konzentriert sich auf die Jahre, in denen Mo-holy-Nagy seine Theorie der Kunst als Lichtkunst entwickelte. Das sind die Jahre ab 1922 bis zum Ende seines Lebens, aber auch sein Nachwirken über den Tod hinaus. Von besonderer Bedeutung sind die ausgewählten fotografischen Werke sowie sein Schaffen als Theoretiker und Praktiker.
 
Moholy-Nagy, gleichermaßen Theoretiker wie Praktiker, wollte immer ein ganzheitli-cher Künstler sein. Er ging sein Schaffen - Malerei, Fotografie, Werbung und Indust-riedesign, Film, Bildhauerei, Bühnengestaltung - von den verschiedensten Seiten aus an und praktizierte es als radikales, extremes Experiment, indem seinen höchst unterschiedlichen Werken keinerlei ästhetische Hierarchie zubilligte. Er räumte au-ßerdem der Bildung grundsätzliche Bedeutung ein, weshalb er, auf Bitten von Walter Gropius, in diesem Bereich für das Bauhaus in Weimar (1923-1925) und in Dessau (1925-1928) arbeitete. In Chicago, wo er sich 1937 niederließ, übernahm er erneut Lehrverpflichtungen. Er gründete das ‚New Bauhaus’, das die Programme des deut-schen Bauhauses in den USA zu verwirklichen versuchte. Kurze Zeit danach gründe-te er das Institute of Design in Chicago, wo er bis zu seinem Tode 1946 tätig war. Das Institut wurde später in das Illinois Institute of Technology übernommen. Dort kann man noch heute studieren.
 
Von Weimar bis hin nach Chicago bewahrte sich Moholy-Nagy den Glauben an sein pädagogisches Ideal, das für ihn nicht nur Lehre bedeutete, sondern die moralische Erziehung von Menschen. Er glaubte an die Erziehung als Mittel zur Entwicklung al-ler in den Studenten schlummernden Fähigkeiten und als Mittel, dem "neuen, totalen Menschen" den Weg zu ebnen.
 
Alle theoretischen Beiträge Moholy-Nagys entstanden in Zusammenhang mit seinem künstlerischen und pädagogischen Schaffen. In seinen zahlreichen Texten legt er Schritt für Schritt seine Ideen dar und entwickelt damit eine vollständige künstlerische und pädagogische Ästhetik. Sein Essay "Malerei, Fotografie, Film" von 1925 wird ein Meilenstein. Darin entwickelt er eine ästhetische Theorie des Lichts - Licht als Matrix der Kunst und Kunst als Lichtkunst. Er wendet seine ästhetische Lichttheorie auf Ma-lerei, Fotografie und Film an, aber auch auf Bühnengestaltung und Design.
 
Von da an wird Licht zum Fundament für Moholy-Nagys praktisches und theoreti-sches Wirken. Für ihn erhält jede Kunst nur dann Sinn und Bedeutung, wenn sie Licht reflektiert. Auch die Malerei wird mit diesem Kriterium neu interpretiert. Seine Entwicklung als Maler bezeichnet Moholy-Nagy als Verlagerung vom "Malen von Transparenz" zu einem Malen, das frei ist von jeglichem darstellerischen Zwang und die Fähigkeit eröffnet, "nicht mit Farben, sondern mit Licht" zu malen. Diese Theorie entfaltet ihre maximale Bedeutung in der Fotografie und im Film. Die Etymologie des Wortes "Fotografie" bedeutet "Schreiben mit Licht". Beim Film besteht die künstleri-sche Essenz in der Darstellung von "Bewegungsverhältnissen bei Lichtprojektionen". Zwar war er nicht für die Fotografieklassen am Bauhaus verantwortlich, aber hier schrieb er "Malerei, Fotografie, Film" und setzte seine fotografischen Erfahrungen um. Er erfindet das "Fotogramm", eine reine Lichtgrafik, und demonstriert die Fähig-keit zur Herstellung von Fotografien zeitgleich mit der Erfindung des "Rayogramms" durch Man Ray in Paris. Er sieht die Fotografie als völlig autonomes Mittel, dessen Potenzial erst noch zu entdecken ist. Er kritisiert die "Bildhaftigkeit" und propagiert innovative, kreative und produktive Fotografie. Er betrachtet die Serialität als eines der wesentlichen Merkmale fotografischer Praxis und wendet sich gegen die  
"Aura" des einmaligen Werkes im Gegensatz zur ad-infinitum-Vielfalt des fotografi-schen Klischees, womit er Walter Benjamins These vorwegnimmt.
 
Die Unterscheidung zwischen Produktion und Reproduktion ist ein Grundthema sei-nes Schaffens. Ein Hauptaspekt jeden Werkes ist seine Fähigkeit zur Integration des
 
Unbekannten. Werke, die nur bekannte Beziehungen wiederholen oder reproduzie-ren, werden als "reproduktiv", Werke hingegen, die neue Beziehungen schaffen oder  
produzieren, als "produktiv" bezeichnet. Die Fähigkeit eines Kunstwerks zur Schaf-fung von etwas Neuem (ein Grundelement der Moderne) ist für Moholy-Nagy ein zentrales Kriterium. Er postuliert für die Malerei, die Fotografie und den Film einen moralischen und ästhetischen Imperativ - das Neue. Die Kunst muss sich neuen Zei-ten und einer industriellen Zivilisation stellen. In der konsequenten Umsetzung dieser These wird 1926 zum Jahr, in dem seine Bildproduktion umfangreicher ist als seine Arbeiten in anderen Bereichen, aber 1927 kommt es zu einer wahren Flut fotografi-scher, szenographischer, kinetischer und filmischer Produktionen. Die Malerei gibt er nie auf. Er beschließt, die aus der Vergangenheit überkommene gegenständliche Malerei fallenzulassen und sich stattdessen der nichtgegenständlichen oder "reinen" Malerei zu widmen. Mit dem Entstehen der Fotografie hat die Malerei einen perfekten Anlass gefunden, sich von allen figurativen oder repräsentativen Imperativen zu be-freien. Künstler müssen sich nicht für das eine oder das andere Medium entschei-den, sondern sollen nur, unter Nutzung aller Medien, eine optische Kreation einfan-gen und beherrschen.  

Ausstellung » André Kertész - Fotografien

Termin:ab Juni bis 3. Quartal 2011


 
 
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